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Aktuelles zu Bernd Z.

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April 2007 - Heimplatzkündigung

Wir haben die Kündigung des Heimplatzes erhalten. Wir haben die Vereinbarung nicht unterschrieben, da der Heimleiter sich weigerte, uns zu erklären, welche Hilfe und Betreuung er Bernd danach anbieten werde.

Seit zehn Jahren wird unserem Sohn in diesem Heim die pädagogisch/therapeutische Hilfe und Betreuung, die er dringend braucht, verweigert. Er ist geistig und seelisch verelendet. Bernd leidet zwar an Autismus - aber er ist ein Mensch. Da es keine geeignete Alternative gibt, steht Bernd auf der Strasse.

Mit Schönreden und Schweigen ist behinderten Menschen, die im Heim ohne fachliche Betreuung leben, nicht geholfen. Hier geht es um Menschenrechte- und Menschenwürde. Die Bürger nehmen an, dass der Staat für die mit Steuergelder finanzierten Institutionen Verantwortung übernimmt, doch Beamte und Politiker versuchen alles schön zu reden und drücken beide Augen zu.

Dieselben finanziellen Mittel, die heute in die Heime fliessen, würden genügen, um eine unabhängige Existenz professionell aufzubauen. Aber behinderte Menschen die pädagogisch/therapeutische Hilfe und Betreuung brauchen erhalten diese finanziellen Mittel nicht.

Am 24.4.2007 schrieb uns der Leiter des Alters- und Behindertenamts:

"Aus den uns mit Brief vom 16. März 2007 unterbreiteten Korrespondenzen fällt u.a. der Entwurf einer Zusammenarbeits-Vereinbarung auf. Für uns ist nicht nachvollziehbar, weshalb Sie auf dieses konstruktiv gemeinte Vorgehen nicht eintreten können. ... Sie erwarten nun von uns professionell abgesicherte Vorschläge. Wenn es solche wirklich gäbe, würden wir Sie ihnen gerne zur Stellungsnahme unterbreiten."

Wir antworteten auf dieses Schreiben, mit folgendem Brief vom 3.5.2007

März 2007 - Erneute Rechnungen für Risperdal

Wir haben schon wieder eine Rechnung von Risperdal erhalten. 120 Stk. reichen laut Angabe des Heimes für 240 Tage. Wir haben den Arzt angefragt, der diese Rechnungen schreibt. Wir wollten von ihm wissen, von wem Bernd dieses Medikament verschrieben bekommen hat und wer die Abgabe kontrolliert? Er erklärte - er sei nur die Apotheke - Frau Z. [Psychiaterin] habe schon am 14.07.2005 eine Verordnung geschrieben. Frau Z. hatte zu diesem Zeitpunkt die Aufgabe die Risperdal unter Ihrer Kontrolle langsam abzusetzen. Frau Z. hatte nie eine Einwilligung von uns erhalten weder Psychopharmaka noch sonst wie Medikamente an Bernd zu verschreiben.

Februar 2007 - Schweigen oder Kündigung

Am 22.02.2007 ist die von der Beratungsstelle ausgearbeitete Vereinbarung eingetroffen. Der Heimleiter droht uns, falls wir diese Vereinbarung nicht unterschreiben, würde der Heimplatz von Berndgekündigt. Wir finden, das ist Erpressung. Wir verkaufen unseren Sohn nicht mit einer Blanko-Unterschrift. Wir antworteten hierzu am 28.2.2007.

Januar 2007 - Gespräche mit Heimleitung und Beratungstelle

09.01.2007 Gespräch Beratungsstelle - Strategieabklärung wie weiter Vorgehen.

Frau M. forderte uns auf, eine Vereinbarung zu unterschreiben - keine öffentlichen Auftritte in der Presse, im Radio oder Fernsehen betreffend Lebenssituation von Bernd. Sonst werde Bernd aus dem Heim gewiesen und wir wüssten ja, dass es keine geeigneten Alternativen in der Schweiz gibt. Nur die Psychiatrie -  und das möchten wir doch auch nicht? Zuerst waren wir sprachlos. Wir hatten auf einer Beratungsstelle unter "Strategieabklärung" für den Gesprächstermin in einer Woche im Heim endlich etwas Positives für Bernd erwartet.

Bevor wir so was unterschreiben, möchten wir von der Heimleitung wenigstens wissen, welche Betreuungsangebote er für Bernd in Zukunft anbietet. Dieses Gespräch auf der Beratungsstelle hat uns wieder auf den Boden der Realität zurückgeholt. Wir hatten Frau M. vertraut und nun dies.

Seit bald 29 Jahren sehen wir zwangsweise die Problematik im Behindertenwesen. Das Wissen und die Ausbildung nach neuesten Erkenntnissen über Autismus fehlen in der Schweiz seit Jahren. In unserer Erfahrung haben wir erlebt, dass im Kanton Bern die Heimleiter bestimmen, wer welche Betreuung erhält, aber auch wer welche Medikamente in welcher Dosis verabreicht bekommt. Der Heimleiter im Berner Oberland hat seinen Angstellten eine Aus- und Weiterbildung nach neuesten Erkenntnissen verweigert. Je grösser das Heim, desto grösser die Macht des Heimleiters. Die Beratungsstellen für Angehörige sind entweder von der Fürsorge oder Heimen abhängig. Damit werden Eltern, Angehörige und Aussenstehende getäuscht. Behinderte sind rechtlos. Eltern werden ignoriert oder mit der Aufforderung, die Behinderten, die pädagogisch/therapeutische Hilfe brauchen zu Hause gratis zu betreuen, die Schuld zugewiesen.

Von Eltern mit einem schwer kranken Kind oder Erwachsenen, welche ärztliche Hilfe bedürfen, würde nie erwartet den Patienten zu Hause - ohne ärztliche Hilfe zu operieren oder zu therapieren. Wer krank ist, kann die medizinische Hilfe holen, die er wegen seiner Krankheit braucht. Menschen mit Autismus brauchen dieses Recht auch.

Gespräch in Heim, Maulkorb

Wie schon von Frau M. (Beratungsstelle) angedroht kam nun dieselbe Drohung von der Heimleitung.

Wir fragten, welche Betreuungsnagebote er für diese Unterschrift,  Bernd in Zukunft anbieten werde?

Er wolle diese Unterschrift - er werde keine Angebote machen. Wir fahnden diese Erpressung ungeheuerlich und wollten das Schreiben sehen. Das hatte er aber nicht vorbereitet.

Da er beim letzten Gespräch versprochen hatte die Risperdal-Abgabe abzuklären fragten wir nun auch danach. Die anwesende Psychiaterin behauptete, keine Risperdal verschrieben zu haben.    

Im Protokoll steht:

Frau Z. (Psychiaterin) Werden die Eltern und die Institution nicht handlungseinig, wird Bernd austreten.

Beschluss: Frau M. (Beratungsstelle) wird eine Vereinbarung ausarbeiten, worin die Grundspielregeln festgehalten sind.

Unterschreiben die Eltern diese Abmachungen, geht der Prozess weiter. Wenn nicht, wird der Institutionsplatz von Bernd zum 28.07.2007 gekündigt.

Thema: illegale Medikamentenabgabe

30.1.2007 - Da die Diskussion über die Risperdal-Abgabe im Protokoll einfach wegelassen wurde, haben wir an Frau M. ein E-Mail gesandt. Darin baten wir diese Ergänzung ins Protokoll auf zunehmen.

Protokollergänzungen

Leider ist das Protokoll unvollständig. Im Protokoll wird die Diskussion über die Verabreichung von Risperdal - Abgaben gegen unseren Willen - nicht erwähnt.

Im Gespräch (Oktober 2006) wurde uns von der Heimleitung versprochen, die eigenartige Risperdal-Abgabe abzuklären. Wir baten Herrn P. (15.01.2007) mehrmals, uns zu erklären, warum wir Rechnungen von Risperdal für 520 Tage erhalten - für den Zeitraum März 2006 - Oktober 2006. Die Aussage von der Heimleitung war - (Ausführungen am Projektor) einen Teil der Risperdal gehe auf die Wohngruppe - und mit dem Rest wurde ein Lager angelegt. Auch wusste er immer noch nicht, welcher Arzt diese Risperdal verschreibt.

November 2006 - Anfrage vom Schweizer Fernsehen

Anfang November 2006 kam eine Anfrage vom Quer, wie es unserem Sohn Bernd gehe. Am 10.11.2006 hatten wir einen kurzen Auftritt im Magazin Quer des Schweizer Fernsehens.

Dezember 2006 - Zeitungsbericht WoZ

Im Dezember 2006 erschien ein Artikel über Bernd in der WoZ. 

Oktober 2006 - Zweite gemeinsame Sitzung

Frau M. hatte bei Prof. Dr. Feuser studiert. Sie gehörte 1996 mit zum SDKHT. Therapeutenteam. Deshalb kannte sie Bernds Befindlichkeit, sowohl vor als auch nach der Therapie von Prof. Feuser. Seit Bernd in diesem Heim wohnt (1997) durfte ihn Frau M. weder sehen noch besuchen. Gespräche mit Prof. Dr. Feuser wurden von der Heimleitung strikte abgelehnt.

Erst im März 2006, also neun Jahre später, durfte Frau M. Bernd sehen. 

Am 16.10.2006 gab es im Heim das zweite Gespräch mit Frau M. von der Beratungsstelle.

Neben Frau M. waren der Heimleiter, Gruppenleiter, Beschäftigungsleiter, Frau Z. (Psychiaterin) und wir Eltern dabei. Wir hatten uns von diesem Gespräch etwas Positives für Bernd erhofft.

Frau M. erklärte, alle unsere Anliegen müssten wir in Zukunft bei ihr deponieren und sie würde alles mit der Wohngruppe und Institutionsleitung besprechen. Sie sehe sich als Mediatorin. Wir dürften aber die Anforderungen nicht zu hoch einschätzen.

Im Protokoll (16.10.2006) steht:
Frau Z(Psychiater): Frau M. und auch sie haben eine andere Optik. Eine gute Beratung bewirkt, dass das Vorgeschlagene auch umgesetzt wird. Aus praktischen Gründen können nicht alle Vorschläge umgesetzt werden. Weisungen gibt der Heimleiter und nicht Frau M oder sie. Frau M. und sie haben eine gewisse "Narrenfreiheit" also eine freie Denkweise.

Da das Heimpersonal gegen unseren Willen und unkontrolliert Risperdal verabreicht, wollten wir wissen, welcher Arzt diese verschreibt. Wir haben nie eine Einwilligung zur Medikamentenabgabe gegeben. Der Heimleiter wusste nicht, welcher Arzt diese verschreibt. Er versprach aber, dies abzuklären.

Der Heimleiter erklärte weiter, wenn wir mit seiner Philosophie (Hütedienst und Medikamente, Anmerkung Eltern) nicht einverstanden sind, werde er Bernd in einem halben Jahr aus dem Heim weisen.

Frau M. stellte fest, das sei zu kurz - ein Jahr müsste man schon haben. Der Gruppenleiter gab zu - auf der Wohngruppe sind sie mit Bernd am "Anschlag" aber er und seine Mitarbeiter hätten keine Beratung nötig. Sehr ernüchtert fuhren wir nach fast 2 Stunden nach Hause. Auch dieses Gespräch hat unserem Sohn überhaupt nichts Positives gebracht. Wie schon viele Gespräche davor.

Krankenkassenrechnung

Kurz nach der Sitzung kam eine Abrechnung von der Krankenkasse von sage und schreibe Fr. 561.15. Gesprächsrechnung der Psychiaterin an die Krankenkasse.

Die Kosten von Frau Z. (Psychiaterin) übernimmt zwar die Krankenkasse. Eltern machen alles gratis. Aber wir haben ausgerechnet, wenn wir die Kosten der anderen Beteiligten bei diesem Gespräch zusammen zählen hätten wir für Bernd eine ganze Woche rund um die Uhr, fachlich gut ausgebildete Assistenten bezahlen können. Da wird Geld verschleudert ohne, dass der Behinderte etwas davon hat. Wenn der Behinderte über dieses Geld verfügen könnte, müssten sie nicht in Institutionen leben. Auch Behinderte möchten so weit wie möglich selbstbestimmt und integriert in der Gesellschaft leben.

Sommer 2006 - Endlich Gesprächsbereit!

Endlich. Nach bald neun Jahren hat die Heimleitung zugesagt, mit einer Beratungsstelle von ausserhalb des Heimes zu sprechen. Seit bald zehn Jahren wird unserem Sohn in diesem Heim die fachliche Hilfe und Betreuung verweigert, die er als Mensch mit Autismus dringend braucht. Wir hatten seit Jahren, in Gesprächen, Briefen und sogar mit finanziellen Angeboten versucht die Heimleitung dazu zu bringen die fachliche Hilfe, Betreuung und Beratung halt ausserhalb des Heimes zu holen.

Ohne Erfolg. Wir mussten ohnmächtig zusehen, wie es Bernd von Jahr zu Jahr schlechter ging. Alles was er im Rahmen einer Therapie bei Prof. Dr. Feuser gelernt hatte, wurde in diesem Heim zunichte gemacht.

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